SGV 2021 – Neustart nach Corona

Das Corona-Virus beschäftigt uns nun schon länger als ein Jahr. Es hat zweifellos unser gesamtes Leben verändert, die AHA-Regeln haben sich mittlerweile bei nahezu allen Zeitgenossen eingeprägt, sind quasi in Fleisch und Blut übergegangen. Wegen Corona mussten nicht nur Geschäfte schließen; etliche Kulturveranstaltungen wurden abgesagt, Theater, Kinos, Fitnessstudios und Spaßbäder sind lange schon dicht und selbst dem Volkssport Fußball ging es im wahrsten Sinn des Wortes an den Kragen: Im Amateurbereich sind sämtliche Spiele ab- und das Training untersagt worden. Auch Kneipen und Restaurants, und damit gerade wichtige Treffpunkte und Orte der Gemütlichkeit, mussten schließen, selbst der Figaro durfte bis zum 28. Februar nicht zur Schere greifen – Corona ist schuld. Gerade in geschlossenen Räumen ist die Gefahr groß, sich mit dem Virus anzustecken. Es liegt also auf der Hand, dass man diese möglichst meidet und sich an die frische Luft begibt – und dabei haben viele Zeitgenossen das Wandern entdeckt! Alle Fachleute sind sich einig: Corona hat für einen wahren Wanderschub gesorgt! Die Nachfrage nach schönen Wanderrouten, nach Halbtages- und Tagestouren wie auch nach Kartenmaterial ist riesig!

„Corona-Wanderer“
in den SGV holen

Wandern ist in – für die SGV-Abteilungen heißt das: Die Krise kann wahrhaftig zu einer Chance werden, wenn es nämlich gelingt, die neuen Wanderinnen und Wanderer (nach dem hoffentlich baldigen Ende der Pandemie) in den SGV aufzunehmen! Aus „Corona-Wanderern“ können so „richtige“ Wanderfreundinnen und -freunde werden. Das ist fürwahr eine (fast schon) einmalige Chance, neue Mitglieder zu gewinnen. Apropos Wandern und Wege: Im Mai 2020 wurde einstimmig beschlossen, die Wegearbeit im SGV einheitlich auf das Wabensystem umzustellen. Also weg vom Prinzip „Ein Markierer – ein Weg“ auf eine regionalere Verantwortung. Gemeinsam starteten Haupt- und Ehrenamt mit der Umsetzung und daraus ist eine Erfolgsgeschichte geworden! Innerhalb kürzester Zeit wurden etliche tausend Kilometer ins Wabensystem übernommen. Hier können beispielhaft große Teile des Rheinisch-Bergischen Kreises und des Oberbergischen Kreises genannt werden. Aber auch die Städte Arnsberg, Meschede, Bestwig, Warstein und viele Kommunen des Märkischen Kreises sind gut dabei.

Unser SGV-Vereinsleben hatte sich nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 halbwegs erholt, wenngleich die spätere Beschränkung auf 10 Mitwanderer natürlich schon einen harten Einschnitt ins Wanderleben darstellte. So manche Mehrtagesfahrt fiel wegen Corona aus und zahlreiche Jahreshauptversammlungen wurden verschoben, unsere Präsidiumssitzungen fanden digital statt.

Der Lockdown ab dem 2. November 2020 brachte das Vereinsleben dann völlig zum Erliegen. Gerade das, was Wanderinnen und Wanderer an ihrem SGV lieben, nämlich Wandern in fröhlicher Runde, gesellige Treffen, Gemütlichkeit, Frohsinn und Wohlfühl-Atmosphäre, war fortan gänzlich in weite Ferne gerückt.

Lockdown macht Wandern
in fröhlicher Runde unmöglich.

Betrachtet man das Wanderjahr 2020 insgesamt, so sind die „Einbußen“ im Wanderbereich durch Corona gleichwohl offenbar nicht so gravierend, wie man erwarten oder vermuten könnte: So hat zum Beispiel die SGV-Abteilung Lippstadt im vergangenen Jahr insgesamt 196 Wanderungen mit 1.333 Kilometern und 1.720 Teilnehmern durchgeführt. Im Jahr 2019 fanden 272 Fuß-Wanderungen mit 1.976 Kilometern und 2.356 Teilnehmern statt. Allerdings fielen etliche Veranstaltungen, „Höhepunkte des Jahresprogramm“, aus oder mussten verschoben werden. Das ist unzweifelhaft die harte Realität!

Gleichwohl gibt es aus dem Wanderjahr 2020 durchaus Berichtens- und Nachahmenswertes: So lud etwa die Abteilung Langscheid/Sorpesee zur „2. Genuss- Wanderung“ ein, die zum Wanderheim des SGV Balve führte. Hier wartete ein reichhaltiges Kuchenbuffet auf die Wandergruppe. Auch eine Kräuterwanderung fand großen Anklang, bei der die Teilnehmer verschiedene Kräuter und ihre Anwendungsmöglichkeiten kennenlernten. Besonders die Kinder freuten sich über die bunten Kräutersträuße, die sie mit nach Hause nehmen konnten. Die Langscheider Kinder- und Jugendabteilung hatte das LIZ-Umweltmobil zu Gast. Ausgestattet mit Gummistiefeln und wasserfester Kleidung wurde die Wasserqualität der Hönne in Volkringhausen akribisch untersucht.

In der Abteilung Altenhellefeld fanden nur zwei schöne Veranstaltungen statt, Anfang Februar hieß es bei einem Bastelnachmittag „Freie Zimmer für Meisen, Sperlinge und Co“ und kurz darauf machten sich kleine Wanderinnen und Wanderer auf zur Fackelwanderung durch die Wacholderheide – wie immer ein ganz besonderes Highlight! Hinterher gab es natürlich leckere Pizza in der beheizten Grillhütte …

Auch die Abteilung Oeventrop war im „Corona-Jahr“ trotz aller Schwierigkeiten rege: Der Arbeitskreis Ortsgeschichte (AOG) – eine Unterabteilung des SGV Oeventrop – hat einen Geschichtspfad erstellt. 2019 wurden bereits die Info- Tafeln aufgestellt und eine Streckenbeschreibung dazu herausgegeben. Im Jahr 2020 kam nun mit Unterstützung eines „Heimatschecks“ des Landes NRW die Broschüre „Oeventroper Geschichtspfad“ hinzu. Die offizielle Eröffnung des Geschichtspfades soll in diesem Jahr erfolgen.

„… und soll bitte nicht
zur Regel werden.“

Zurück