Aus unserer Mitte gerissen

SGV trauert um seinen Hauptkulturwart und Kreuz & Quer Chefredakteur „Pit“ – Dr. Peter Kracht

 

„Pit“ – Dr. Peter Kracht – ist plötzlich und völlig unerwartet in der Nacht vom 12. April 2022 verstorben. Das Präsidium, die Geschäftsstelle und die gesamte SGV Familie sind in tiefer Trauer. Pit wäre in diesem Jahr 66 Jahre alt geworden. Er freute sich auf den bevorstehenden Ruhestand und war voller Pläne für die Zukunft und den SGV. „Der unerwartete Tod erschüttert uns und erfüllt uns mit großer Traurigkeit“, so SGV Präsident Thomas Gemke. „Wir verlieren mit Dr. Peter Kracht einen langjährigen, humorvollen Freund und ein zentrales Mitglied der SGV Familie.“
Dr. Peter Kracht war Ortsvorsteher von Unna-Massen, Mitbegründer und Vorsitzender des Historischen Vereins zu Unna, Leiter der Fachstelle Geschichte und Mitglied im Verwaltungsrat des Westfälischen Heimatbundes.
Sein Engagement und seine Expertise waren in der Wanderszene von hoher Bedeutung. So war er Fachwart für Kultur im Deutschen Wanderverband, Hauptfachwart für Kultur des SGV Gesamtvereins, Mitglied des SGV Präsidiums und ein gefragter Referent. Als Chefredakteur des Mitgliedermagazins „Kreuz & Quer“ war er zudem bei vielen SGVern bekannt. Seit Mai 2018 begrüßte Pit regelmäßig die SGV Familie in der Kreuz & Quer mit seinem Editorial. Dort fasste er die aktuellen Themen und Herausforderungen des Vereins – häufig untermauert mit kleinen Geschichten und Anekdoten aus dem Leben eines Chefredakteurs – charmant und von Optimismus geprägt zusammen. Seit März 2021 recherchierte er die Kreuz & Quer Titelgeschichten und gestaltete so die neue Ausprägung des Magazins hin zu mehr Mitgliedernähe aktiv mit.
In der SGV Abteilung Unna war Pit seit 1983 Mitglied. Er wurde 2012 mit dem silbernen und 2021 mit dem goldenen Ehrenzeichen des SGV ausgezeichnet und erhielt 2018 für seinen unermüdlichen Einsatz das Bundesverdienstkreuz. Er war stets zur Stelle, wenn Hilfe notwendig war. So auch im Juli 2019, als er sich spontan bereit erklärte, den Festumzug durch Schmallenberg mit 7.000 Teilnehmern im Rahmen des Deutschen Wandertages zu moderieren. „Ein einmaliges Erlebnis“ – wie er später sagte.  
Auch über die Vereinsgrenzen hinaus war Pit für die Kultur und seine Region engagiert. Im Jahre 1988 trat er die Nachfolge von Helmut Kleiböhmer als Kreisheimatpfleger für den Kreis Unna an, ein Amt, welches er bis zu seinem Tode mit Leidenschaft und Engagement ausfüllte.
Nach seinem Studium zum Historiker fand er seine berufliche Tätigkeit in Unna als Journalist, Herausgeber, Verleger und
Verfasser zahlreicher historischer Aufsätze. Selbstverständlich war er Mitglied im Sauerländischen Gebirgsverein und Heimatverein Unna und stärkte in Zusammenarbeit mit Schulen und Vereinen das historische Bewusstsein für die heimische Region.
„Heimatpflege heißt auch Umwelt- und Naturschutz“ war seine feste Überzeugung, die er auch vermitteln konnte. Er gab dem Heimatgedanken ein neues, frisches Gesicht. Durch sein vielfältiges Engagement in diesem Bereich schaffte er es, dem Begriff „Heimat“, einst niedergetreten und verpönt, mit neuen Impulsen, ein positives Image zu geben. „Man muss den Menschen, die ihre Heimat verloren haben, die Chance geben, eine neue Heimat zu finden und sie einzubinden in die Gemeinschaft, ohne dass sie ihre Identität verleugnen müssen“, war einer der moralischen Grundwerte von Pit Kracht.
Tiefes Mitgefühl spricht der SGV seiner lieben Frau Gudrun und allen Familienangehörigen aus und wünscht ihnen viel Kraft für die kommende Zeit.

Leb wohl, lieber Pit! Wir werden dich vermissen.

 


Werner Tinnefeld

 

Oberhausen – Diese SGV Abteilung trauert um Werner Tinnefeld, der im Alter von 77 Jahren (wie K&Q erst jetzt bekannt wurde) im Herbst vorigen Jahres seine letzte Wanderung antrat. Der SGV war für ihn eine Herzensangelegenheit – er hinterlässt im Verein eine sehr große und nur schwer zu schließende Lücke. „Viel Arbeit und Zeit hat er aufgewandt und hat es gern getan“, heißt es in einem Nachruf. „Seit 2017
hat er die Abteilung als Vorsitzender kompetent und engagiert geleitet. Darüber hinaus war er als Wanderführer für zahlreiche Wanderungen verantwortlich und sorgte als (ab 2017 zertifizierter) Wegezeichner mit viel Zeitaufwand für eine gute Qualität des heimischen Wanderwegenetzes. Zusätzlich brachte er sich im Bezirk Emscher-Lippe als Wegezeichner und Kassenprüfer ein – ab 2015 im Präsidium des SGV Gesamtvereins, als Gebietsvertreter der Abteilungen in der SGV Region Nord/West so die Bilanz seines vielfältig
und langjährig mit großem Engagement ausgeübten Ehrenamtes. Und diesen nachhaltigen Einsatz würdigte der Gesamtverein 2021 mit der Verleihung seines Ehrenzeichens in Silber.


Erich Mittag

 

Meschede – Diese SGV Abteilung trauert um Erich Mittag (93), der am 15. Februar nach über 70 Jahren SGV Mitgliedschaft seine letzte Wanderung angetreten hat. Er war Träger des silbernen und seit 2012 des goldenen Ehrenzeichens des SGV Gesamtvereins. Und das hat seine Gründe, zunächst im musischen Bereich der Vereinsarbeit: Er hat schon in den ersten 50 Jahren durch die Volkstanzgruppe, den Chor und die Laienspielgruppe mit seinem überaus großen Einsatz für eine Bereicherung des SGV und seines Angebotes gesorgt. Später kamen als aktiver Wanderführer das Vorbereiten und Durchführen von Wandertouren hinzu. „Auch als Wegezeichner hat Erich Mittag sich verdient gemacht“, heißt es in dem Nachruf des heute an der Spitze der Abteilung stehenden Leitungsteams. Und weiter: „Wenn Arbeit zu tun war, war Erich da! Ohne sein Zutun wäre der SGV in Meschede nicht das, was er heute ist.“


Kurt Hartmann

 

Moers – Die SGV Abteilung trauert um ihr seit 2013 Ehrenmitglied Kurt Hartmann: Am 21. März trat er im Alter von
91 Jahren seine letzte Wanderung an. 60 Jahre als aktives Mitglied haben ihn und die Abteilung Moers (bis Februar 2011 Abteilung Homberg) geprägt. Er hat viele Ferienwanderungen im In- und Ausland für den SGV Gesamtverein und den DWV geführt – die erste verbandsoffene Ferientour fand 1977 im Naturpark Schwalm Nette-Maas statt. In der Summe ergibt seine Vorstandsarbeit vor Ort 33 aktive Jahre (ab 1979 12 Jahre 1. Vorsitzender, ab 1991 10 Jahre 2. Vorsitzender, 1975 – 1981 Wanderwart, ab 2001 bis 2012 Beisitzer). Zum Abschied aus den Funktionen wurde er 2013 zum Ehrenwanderführer ernannt. Dieses große Engagement würdigte der SGV Gesamtverein mit seinen Ehrungen in
Silber (1979) und Gold (1985). Der DWV verlieh ihm 1994 seine silberne Ehrennadel. In den Anfängen der zentralen Wanderführer-Ausbildung im SGV Jugendhof Arnsberg hat er zeitweise den Lehrgangsleiter unterstützt. „In unserer Erinnerung wird er als guter Freund stets seinen Platz behalten“, heißt es in dem Nachruf.


Klaus Ebbinghaus

 

Lünen/Selm – Diese SGV Abteilung trauert um ihr Mitglied Klaus Ebbinghaus, der am 9. Januar 2022 im Alter von 75 Jahren verstorben ist. Klaus trat bereits 1980 dem Verein bei, ein alter Haudegen des SGV, so kann man es sicherlich bezeichnen. Klaus war ein sehr naturverbundener Mensch, der es liebte, sich in der Natur aufzuhalten und zu wandern. So war es von Anfang an für ihn eine Selbstverständlichkeit, sich aktiv am Vereinsleben zu beteiligen. Da das Wandern eine seiner größten Leidenschaften war, wurde er zum Wanderwart gewählt und bekleidete das Amt mehr als 20 Jahre lang. Er organisierte viele Wanderungen, ob Tageswanderungen oder mehrtägige, und dies tat er mit Leidenschaft. Erst 2013 gab er das Amt auf, nicht aber, um sich zur Ruhe zu setzen, sondern weiterhin am Vereinsleben teilzunehmen. Es gab kaum eine Veranstaltung, an der er nicht teilnahm, kein Vereinsfest, welches er versäumte. Der SGV Lünen/Selm e.V. war sozusagen seine zweite Familie.
„Klaus war nie ein Mensch vieler Worte, hielt keine Reden und drängte sich nie in den Vordergrund. Er war immer aktiv in unserer Mitte und wir konnten auf ihn zählen. Aufgrund von gesundheitlichen Problemen in den letzten Jahren war vieles nicht mehr möglich und dann ging alles letztlich doch viel zu schnell. Im Jahr 2020 konnten wir Klaus noch auf unserer Jahreshauptversammlung für seine 40-jährige Treue zum Verein ehren. Wir werden ihn sehr vermissen und ihn nicht vergessen,“ heißt es im Nachruf der Abteilung.


Heiner Weidner

 

Kassel/SGV Land – Die bundesweite Szene der im DWV organisierten Wanderer trauert um Heinrich (gen. Heiner) Weidner. Zuletzt ansässig in Weil der Stadt, trat er im Alter von 92 Jahren am 15. April seine letzte Wanderung an. Über 60 Jahre war er für die Wanderbewegung tätig. Er engagierte sich nicht nur lange als Bundesvorsitzender der Deutschen Wanderjugend (DWJ) sondern gründete auch deren Stiftung sowie die Europäische Wanderjugend (EWJ). Über 20 Jahre lenkte er bis 2001 als Medienfachwart des DWV dessen Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit. Ferner bewies er immer wieder viel Gestaltungskraft, etwa 2000 für die Ausstellung „100 Jahre deutsche Wandertage“ in Schmalkalden, für das Jubiläumsbuch zum 125-jährigen Geburtstag des DWV oder bei der Arbeit für das Magazin „Ferienwandern“, das er einst selbst initiierte und zu einem wichtigen Medienangebot für Wanderfreunde entwickelte. Die Leidenschaft fürs Wandern war Weidner wohl in die Wiege gelegt worden. „Mein Vater war ein begeisterter Wanderer und der Sonntag war immer Wandertag,“ erzählte er einmal der Stuttgarter Zeitung. Weidners Engagement wirkte auch beträchtlich über das Wandern hinaus. Er war für den DWV im Hauptausschuss des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH), 35 Jahre Mitglied im Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz und als Mitglied der SPD auch noch politisch aktiv. Er ist Träger der Karl-Carstens-Medaille des DWV und erhielt für 60 Jahre Ehrenamt-Ausübung das Bundesverdienstkreuz.


Ernst Dossmann

 

Iserlohn – Kurz vor Vollendung seines 96. Lebensjahres trat Ernst Dossmann seine letzte Wanderung an. Es war ihm nicht mehr vergönnt, die Ehrung für seine 75-jährige Mitgliedschaft durch „seine“ SGV Abteilung Iserlohn zu erhalten, da die JHV coronabedingt immer wieder verschoben werden musste. Bereits 1961 betraute der SGV den damals 35-jährigen Architekten anlässlich des Gebirgsfestes in Plettenberg mit dem neu geschaffenen Amt eines Heimatschutzwartes (bis 1965). Schwerpunkte seiner Arbeit: Denkmalschutz als Pflege der Vergangenheit, Ortsbildpflege und Landschaftsgestaltung als Gegenwartsaufgabe, Mitarbeit bei der Raum-, Orts- und Bauplanung als Zukunftsaufgabe. Im gleichen Jahr brachte Dossmann den Heimatverein Iserlohn in die Abteilung Iserlohn ein und wurde stellv. Vorsitzender. Viele Jahre gehörte Dossmann als Beisitzer dem Hauptausschuss des SGV an, einige Jahre auch dem Finanzausschuss. 1969 wurde er zum Kreisheimatpfleger für den damaligen Kreis Iserlohn berufen, nach der kommunalen Neuordnung ab 1976 bis 2001 Kreisheimatpfleger im Märkischen Kreis.
Für den 1977 beschlossenen Anbau am SGV Jugendhof zeichnete sich Dossmann verantwortlich. Neben einer groß angelegten Spendenaktion war dies eine zeitliche Mammutaufgabe. Auflage laut LWL-Bewilligungsbescheid war: Baubeginn spätestens im Mai 1978, beendet spätestens Juli 1979. Am 22. September 1978 fand im Beisein zahlreicher Vertreter des öffentlichen Lebens die Einweihung in Arnsberg statt.
Viele großartige heimatgeschichtliche Beiträge verdankt der SGV dem vielseitig begabten Architekten. Anlässlich des 101. Deutschen Wandertages in Iserlohn startete die traditionelle Verbandswanderung am Iserlohner Hauptfriedhof. Am Grabmal von Julius Schult, dem ersten SGV Geschäftsführer, und Komponist Arthur Lops, referierte Dossmann über das Leben dieser Persönlichkeiten. In den letzten Jahren machte ihm die Gesundheit schwer zu schaffen. Bereits schwer gezeichnet berichtete er am 17. Februar 2017 letztmalig für seinen SGV über das Leben von Arthur Lops. Am 10. März 2022 verstarb Ernst Dossmann.


Adolf Laues

 

Zinse – Diese Wittgensteiner SGV Abteilung trauert um ihren Wanderfreund Adolf Laues, der mit 96 Jahren am 5. März seine letzte Wandertour angetreten hat. Seit 1965 Mitglied im SGV war er 30 Jahre engagierter und anerkannter Vorsitzender und wurde deshalb 1995 erstmalig in der Zinser SGV Geschichte zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Durch sein weitreichendes historisches Wissen, mit Vorträgen und Veröffentlichungen sowie seine intensiven Bestrebungen um den Verein, die Dorfgemeinschaft und das Wandern als kommunikative und gesundheitsfördernde
Freizeitbeschäftigung, hat sich der Realschuldirektor im Ruhestand in Erndtebrück und Zinse sowie in ganz Wittgenstein außerordentliche Verdienste erworben. 2008 erhielt Adolf Laues in Anerkennung all seiner Leistungen in der Hauptversammlung des SGV Gesamtvereins dessen Ehrenzeichen in Gold. „Wir verlieren mit ihm eine engagierte Persönlichkeit, die in guten wie in schwierigen Zeiten die Geschicke des Vereins geleitet hat. Seine besonnene, zielgerichtete und überzeugende Art hat uns stets weitergebracht“, heißt es in dem Nachruf des örtlichen Vorstandes.


Manfred Seifert

 

Plettenberg – Am 24. Februar 2022 trat Manfred Seifert im Alter von 82 Jahren seine letzte Reise an. In seiner Traueranzeige steht: „Soweit die Füße tragen“, was sein Leben in kurzen Worten beschreibt. Das Wandern im Sauerland und über dessen Grenzen hinaus gehörte zu seiner größten Leidenschaft. Besonders hervorzuheben ist sein Engagement als Bezirkswanderwart des SGV für die Region Märkisches Sauerland.
So konnte er beispielsweise im Jahre 2010 die Zertifizierungsurkunde für den Wanderweg X8 „Ehmsenweg“, der sich von Arnsberg bis Olpe erstreckt, in Empfang nehmen. Manfred Seifert übernahm dabei stellvertretend für alle, die sich nach dem Orkan Kyrill für die Wiederherstellung der Wanderroute über den „Ehmsenweg“ eingesetzt haben, die Urkunde auf der CMT Tourismusmesse in Stuttgart. Darüber hinaus engagierte er sich im SGV in vielen Bereichen und Funktionen. Ein besonderes Anliegen war ihm die Wegearbeit, früh erkannte er den Nutzen und den Sinn der Digitalisierung und auch der Zertifizierung von Premiumwegen, die jährliche Teilnahme an der Messe „TourNatur“ in Düsseldorf war damit für ihn gesetzt. Manfred Seifert war seit der ersten Stunde in Sachen Erfassung und Digitalisierung des Wegenetzes im Arbeitskreis Digitalisierung und im Lenkungskreis Wege aktiv. Seine Teilnahme an allen Deutschen Wandertagen seit 1984 in Coburg war ihm bis zu seiner Erkrankung hin eine Herzensangelegenheit. Seine Familie und Wanderfreunde werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.


Gerhard Dörnbach

 

Erndtebrück – Der SGV Bezirk Wittgenstein trauert um Gerhard Dörnbach. Der Wanderfreund verstarb mit 89 Jahren am 21. März 2022. Seit 1956 SGV Mitglied, hat er als stellvertretender und später als Vorsitzender viele Jahre die Geschicke des SGV Bezirks Wittgenstein gestaltet. Neben der Förderung des Naturschutzes und der Konzeption der Wanderwege in Wittgenstein hat er entscheidend an der Entstehung des Rothaarsteiges in der Region mitgewirkt. „Wir verlieren mit ihm eine engagierte Persönlichkeit, die sich für die Belange der SGV Abteilungen im Altkreis Wittgenstein eingesetzt hat“, heißt es in dem Nachruf seiner Heimatabteilung Erndtebrück. Der SGV Gesamtverein würdigte seine Aktivitäten im ehrenamtlichen Einsatz mit seinem Ehrenzeichen in Gold.