Naturschutztagung in der Geschäftsstelle der LNU in Hüsten zeigt Mitwirkungsmöglichkeiten auf

Die zweite Naturschutztagung fand im Herbst in den Räumen der LNU in Hüsten statt.

Zur zweiten Naturschutztagung am 21. Oktober konnte Hauptfachwart Olaf Ikenmeyer zahlreiche Wander- und Naturfreunde in der Geschäftsstelle der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) in Hüsten begrüßen. Schwerpunkt sollten diesmal Mitwirkungsmöglichkeiten sein, die der SGV seinen Mitgliedern u.a. durch die Mitgliedschaft in der LNU bietet.

Einleitend stellte Gastgeber und LNU-Geschäftsführer Rainer Fischer die Landesgemeinschaft vor. Der studierte Geograph führt die Geschäfte der LNU hauptamtlich seit 1994. Bei der LNU handelt es sich um einen 1976 im Düsseldorfer Landtag gegründeten Verein, in dem sich regionale Wander-, Heimat- und Naturschutzvereine zusammengeschlossen haben, da nach Bundesnaturschutzgesetz nur landesweit agierende Gruppierungen als Naturschutzverband anerkannt werden können. Diese Anerkennung erfolgte dann 1980, als erste überhaupt. Heute sind in NRW vier Vereine als Naturschutzverbände anerkannt. Neben der LNU sind das die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald sowie die Landesgruppen von BUND und NABU.

Zu den 13 Gründungsmitgliedern von 1976 zählt auch der SGV. Bis heute ist die LNU auf 110 Mitgliedsvereine angewachsen und es kommen immer weitere hinzu.

Die LNU bietet für SGV Mitglieder als ordentliche Mitglieder oder Stellvertreter die Möglichkeit, in die kommunalen Naturschutzbeiräte der Kreise und kreisfreien Städte zu gelangen. SGVer, die Interesse haben, sich in Ihrem Kreis entsprechend einzubringen, haben die Möglichkeit sich beim SGV Naturschutzzentrum zu melden. Nach der Kommunalwahl 2025 werden die Beiräte neu besetzt. Informationen dazu gibt es beim SGV Naturschutzzentrum, beim Hauptfachwart, oder direkt bei der LNU-Geschäftsstelle.

Volkhardt Kunst, SGV Mitglied in Hallenberg seit 1989 und Naturschutzfachwart für den Bezirk Astenberg, berichtete anschließend über seine über zwei Jahrzehnte andauernde Tätigkeit als Naturschutzbeiratsmitglied im Hochsauerlandkreis und lieferte dabei interessante Einblicke in eine breite Themenpalette wie Trekkingplattformen im Wald, Kormoranvergrämung an der Nuhne, die Verwendung von Ausgleichs- und Ersatzgeldern oder die Sondergenehmigung des Abschusses von Krähen und Tauben in Industrieanlagen. Er erläuterte auch die Besetzung der Naturschutzbeiräte mit Vertretern der Naturschützer und Naturnutzer. Hier kann der SGV oftmals als verbindendes Element wirken.

Als dritter Referent des Tages konnte ein alter Bekannter begrüßt werden. Dirk Zimmermann war lange Jahre hauptamtlicher Mitarbeiter des SGV, bevor er als Gebietsmanager zum Naturpark Sauerland-Rothaargebirge gewechselt ist. Er war jedoch in anderer Funktion erschienen. Ehrenamtlich bekleidet er das Amt des Fachwarts Naturschutz und Landschaftspflege des noch recht jungen Landeswanderverbands NRW. Gegründet im Jahre 2018 auf dem 118. Wandertag in Detmold standen bislang eher Wandern und Wege und die Kontakte zu anderen Institutionen und der Landespolitik im Fokus der Aktivitäten. Naturschutz ist zwar ebenfalls Satzungszweck, jedoch bislang noch kein relevantes Thema in der Arbeit des LWV NRW.

Zum Schluss der Tagung blieb auch noch Zeit für eine angeregte Diskussion zum Thema „Ausweisung eines zweiten Nationalparks in NRW.“ Mit dem Rothaarkamm, dem Arnsberger Wald und dem Ebbegebirge sind gleich drei Regionen im SGV Vereinsgebiet mögliche Kulissen für dieses Vorhaben der aktuellen NRW-Landesregierung.


Von den schweren Anfängen der Eisenindustrie bis hin zu geliehenen Vorspannpferden

Eslohe und Cobbenrode waren beeindruckende Ziele der SGV-Kulturfreunde, hier im DampfLandLeuteMuseum in Eslohe.

Die diesjährige Herbstexkursion der SGV-Kulturwarte führte nach Eslohe und Cobbenrode. Dabei erlebten die 23 Teilnehmer, die aus dem Sauerland und dem Ruhrgebiet kamen, zwei Führungen, die ebenso fundiert wie kurzweilig waren. Zu der Frage „wie lebten die Sauerländer früher“ gab es viele Antworten.

Zunächst erläuterte Wilhelm Feldmann vom Museumsverein Eslohe e.V. die Exponate im DampfLandLeuteMuseum. Hier ist auf einer Ausstellungsfläche von rund 2.000 Quadratmetern Technikgeschichte aus über 200 Jahren zu sehen. Feldmann fesselte seine Zuhörer mit interessanten Fakten, aber auch mit vielen Dönekes über Esloher Originale und nicht zuletzt über den Firmengründer König. Die ehemalige Königsche Industrieschmiede ist zum Teil in das Museum integriert worden.

Eslohe hat – wie das kurkölnische Sauerland – eine lange Tradition der Eisenherstellung und -verarbeitung. Eisenerz sowie Holz und Holzkohle als Rohstoffe und Wasserkraft als natürliche Energiequelle ermöglichten hier und in vielen anderen Städten des Sauerlands die Ansiedlung von Eisengewerbe.

Doch nicht nur die Geschichte der Industrie ist in den Hallen dokumentiert. Auch das bäuerliche Leben und die verschiedenen Handwerke nehmen breiten Raum ein. Museumsführer Feldmann berichtete über die kargen Verhältnisse, in denen die Familien lebten und schufteten. Die Mitarbeit von Frauen und Kindern auf den Feldern der Bauernhöfe war selbstverständlich. Einige Esloher Familien suchten ihr Glück, indem sie nach Nordamerika auswanderten, anfangs noch auf Segelschiffen.

Eslohe ist eine traditionsreiche Stadt mitten im Sauerland, die mit Stolz an ihre Originale zurückdenkt. So hat man dem Unikum Pampel sogar ein Denkmal gesetzt. Der Anstreicher und Fleischbeschauer ist mit seinen Sprüchen, Streichen und Arbeitsmethoden hier unvergessen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in Eslohes Innenstadt führte die von SGV-Hauptkulturwart Dr. Jürgen Funke organisierte Exkursion weiter ins benachbarte Cobbenrode. Hier beeindruckte der historische, einst landwirtschaftlich genutzte  Stertschultenhof, der in den 1990er Jahren durch eine vorbildliche Bürgerinitiative, dem Heimat- und Förderverein Cobbenrode e.V.,  vom Verfall gerettet werden konnte. Das niederdeutsche Hallenhaus von 1769 zählt zu den ältesten Höfen des Sauerlands.

Bernhard Willmes berichtete den SGV-Gästen von den spannenden Bemühungen um die erfolgreiche Rettung des Gebäudes. Anschließend führte er durch die mit historischem Mobiliar eingerichteten Räume im Obergeschoss. Dazu ging es auf einer Treppe nach oben, die allerdings neueren Datums ist.  Einst standen den Bewohnern nur Leitern zur Verfügung.  Auch Willmes fesselte die Gästegruppe mit zahlreichen Dönekes aus dem Hof- und Dorfleben.

Der Stertschultenhof gilt als besterhaltener Vorspannhof an der Bundesstraße 55. Diese Trasse war in den 1820er Jahren als Chausseestraße von den preußischen Behörden ausgebaut worden, um Westfalen mit dem Rheinland zu verbinden. Davon zeugen noch viele Meilensteine an der B55 mit Entfernungsangaben in preußischen Meilen nach Minden oder Koblenz.

In Vorspannhöfen hielt man einst Pferde, die zusätzlich an Gespanne vorgespannt werden mussten, um steilere Anstiege bewältigen zu können.  An der B 55 bestanden solche Vorspannhöfe beispielsweise in Meschede, wo ab dem Gebäude der späteren Gaststätte Schwarzer Peter die Höhe zum Stimmstamm in Richtung Warstein zu meistern war. Weitere Vorspannhöfe für Leihpferde gab es  in Reiste, Eslohe,  Oedingen und Oberveischede.

Zum Abschluss der spannenden Führung durch den Stertschultenhof servierte Anke Willmes in der gemütlichen Halle Kaffee und Kuchen.


Landeswanderverband NRW ist jetzt Kooperationspartner der WESTFALENAKADEMIE

Neue Partnerschaft bei der WESTFALENAKADEMIE, dem Bildungsträger für Vereine und ehrenamtlich Tätige: Der Landeswanderverband NRW (LWV NRW) gestaltet von nun an das trägerübergreifende Fortbildungsprogramm für Engagierte in Westfalen und darüber hinaus mit. Der Kreis der Kooperationspartner, bisher bestehend aus der Stiftung Westfalen-Initiative, der Landesarbeits-gemeinschaft der Freiwilligenagenturen in NRW e.V. (lagfa NRW) sowie dem Westfälischen Heimatbund e.V. (WHB), freut sich auf die Zusammenarbeit. „Mit dem Wanderverband konnten wir einen leistungsfähigen neuen Partner gewinnen, der über einen großen Erfahrungsschatz in der Organisation von Bildungsveranstaltungen verfügt, mit dem er die WESTFALENAKADEMIE bereichern wird“, so Dr. Hans Moormann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Westfalen-Initiative für Eigenverantwortung und Gemeinwohl. LWV-Präsident Thomas Gemke und Christian Schmidt, LWV-Geschäftsführer, sagen: „Aus Erfahrung wissen wir, dass die Bereitschaft unserer Mitglieder zu ehrenamtlichem Engagement eng mit dem Wunsch nach Qualifikation verbunden ist. Durch die WESTFALENAKADEMIE können wir zielgerichtete und praxisorientierte Aus- und Weiterbildungsprogramme entwickeln und anbieten, die unser Ehrenamt fördert.“ „Mit der WESTFALENAKADEMIE möchten wir Engagierte unterstützen und ihnen eine praxisorientierte Hilfestellung für ein zukunftsfähiges Ehrenamt geben“, so Dr. Georg Lunemann, Vorsitzender des Westfälischen Heimatbundes und Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Die WESTFALENAKADEMIE unterstützt seit 2020 Engagierte mit einem umfangreichen Fortbildungsangebot von der digitalen Vereinsarbeit über Buchhaltung bis zur Öffentlichkeitsarbeit.

Das aktuelle Programm unter: www.westfalen-akademie.nrw.

Im August trafen sich die Partnerorganisationen der WESTFALENAKADEMIE in Münster, um ihr neuestes Mitglied feierlich zu begrüßen. In den Räumen der Stiftung Westfalen-Initiative unterschrieben die Partner die neue Kooperationsvereinbarung.

Rückblick auf Vorsitzenden- und Schatzmeisterkonferenz Ausblick auf die Delegiertenversammlung

Am 26. August trafen sich 75 Vorstandsvertreter aus 55 Abteilungen in Präsenz in Arnsberg, um im Rahmen der Vorsitzendenkonferenz 2023 über aktuelle Themen und Entwicklungen des Vereins zu beraten. An der digitalen Konferenz am 30. August nahmen weitere 37 Vorstandsvertreter aus 30 Abteilungen teil. Der Erfahrungs- und Meinungsaustausch hat sich zu einem wichtigen Treffpunkt entwickelt. Neben der aktuellen Entwicklung im Projekt „Zukunft Ehrenamt sichern“ wurde intensiv über die Bearbeitung des Projektes „zentrale kooperative SGV Mitgliederverwaltung“ gesprochen. Die Diskussion rund um die Mitgliederverwaltung wurde in der Schatzmeisterkonferenz am 21. Oktober in Arnsberg mit 57 Teilnehmern fachlich weiter geführt. Die große Teilnehmerzahl zeigt, dass der SGV mit diesen Formaten auf dem richtigen Weg ist und er ein "Mitmach"-Verein ist. Am 18. November wird es in Iserlohn bei der Delegiertenversammlung neben den Jahresabschlüssen 2022 und den Wirtschaftsplänen 2024 insbesondere um die Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Zukunftsfähiger organisatorischer SGV Mittelbau – Bindeglied zwischen Gesamtverein und Abteilungen“ gehen.


Die Vorsitzendenkonferenz 2023 in Arnsberg-Bruchhausen war sehr gut besucht.